Gedenken an Zwangsarbeiter am Anti-Kriegstag 2016

Foto: Gedenkveranstaltung an Zwangsarbeiter in Brauck

Erstmals erinnerten die IG BCE Ortsgruppe Gladbeck-Süd und der SPD Ortsverein Rosenhügel während einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung  an die ermordeten Zwangsarbeiter am Ehrengrabfeld auf dem Braucker Friedhof.

 

 

Initiiert wurde die am ersten September stattfindende Veranstaltung vor drei Jahren von der SPD Rosenhügel. Viele der von den Nazis aus den besetzten Gebieten  entführten Zivilisten, Sinti und Roma, Juden,  Kriegsgefangene  und KZ-Häftlinge wurden zur Zwangsarbeit gezwungen. Untergebracht in Lagern, in Brauck z. B. an der Brauckstraße oder in der alten Antoniusschule (heute steht an der Stelle die AWO Begegnungsstätte Brauck), wurden sie für jeden sichtbar durch die Straßen zur Zwangsarbeit und zurück geführt.

 

 

 

Foto: Grabstein des Kindes einer Zwangsarbeiterin in Brauck zur Zeit des Nationalsozialismus, Nikolei Wasilonek

Hunderte der über 120.000 Zwangsarbeiter im Ruhrgebiet mussten in Gladbeck unter anderen auf Stinnes  und Graf Moltke unter schwersten Bedingungen um ihr Leben arbeiten, dabei versuchen, der „Vernichtung durch Arbeit“ zu entgehen – viele von ihnen starben elendig an Krankheiten wie Tuberkulose, quantitativ  und qualitativ schlechter Ernährung, Versagen ihrer ausgezerrten Körper - 215 liegen begraben in für sie fremder Erde in Brauck.

 

 

 

Nach der gemeinsamen Kranzniederlegung durch Joachim Praetsch (Vorsitzender IG BCE Gladbeck-Süd) und Norbert Schmidt (stellv. Vorsitzender SPD Rosenhügel) mahnte Schmidt, „dieses dunkle Kapitel der Geschichte nie  (zu) vergessen und jeglichen Angriffen auf unser demokratisches Miteinander Paroli (zu) bieten“.


Ebenfalls an der Gedenk-Veranstaltung nahmen Ursula Ansorge (langjährige stellv. Bürgermeisterin der Stadt Gladbeck), Michael Hübner (MdL) und das Kreistagsmitglied Margitta Opora teil.

 

Ob wir Menschen aus dem Grauen der dunklen Jahre deutscher Geschichte lernten, ist zweifelhaft. Kurze Zeit nach dem letzten aller Kriege begann der Koreakrieg, gefolgt von vielen Anderen. Daher gedachten die wenigen Anwesenden auch der Opfer aktueller kriegerischer Auseinandersetzungen, in der Ost-Ukraine, in Syrien, Jemen, Süd-Sudan; den Opfern des versuchten Putsches in der Türkei; den Opfern der Terroranschläge in Frankreich, Norwegen, Nigeria, Deutschland, Irak und zu vielen anderen Ländern unseres Planeten.

 

 

Es begann einst mit dem Verbrennen von Büchern und endete mit dem Vergasen, Erschießen und anderen Mordarten, dem Verbrennen geschundener, gefolterter, missbrauchter Menschen. Heute brennen Flüchtlingsheime – und Morgen?

 

 

Folgt dem Kapitalismus die Barbarei? Auch hierin liegt der Sinn des Gedenkens am Anti-Kriegstag – der Kampf für ein Morgen ohne Krieg, Terror, Unterdrückung …

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