19. Januar 2017

Neujahrsempfang DGB Januar 2017

DGB Neujahrsempfang in der Gladbecker Stadthalle am 06. Januar 2017

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Emscher-Lippe hatte, wie schon in den vergangenen Jahren, zu seinem traditionellen "Neujahrsempfang" in die Gladbecker Stadthalle eingeladen. In diesem Jahr waren es besonders viele Menschen aus der Emscher-Lippe-Region, die den Weg zur Friedrichstraße fanden. Mit Hannelore Kraft hatte der DGB immerhin die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin als Hauptrednerin verpflichten können.


Die DGB-Jugend forderte lautstark eine Ausbildungsplatzgarantie: „Wir sind die Zukunft, weil ohne die Jugend dem demografischen Wandel nicht entgegen gewirkt werden kann.“ Mit dieser Forderung sah sich die Ministerpräsidentin von der DGB-Jugend vor der Stadthalle konfrontiert.

 

 

Hannelore Kraft nahm sich trotz der klirrenden Kälte Zeit und unterhielt sich mit den Auszubildenden. Nur wenige Meter weiter wurde die Landesmutter wieder aufgehalten, denn im Eingang der Stadthalle hatten Mitglieder der "Gewerkschaft der Polizei" (GdP) eine „Blockade“ errichtet. Die Gewerkschaft, die eigenen Aussagen im Namen aller Polizisten spricht, wehrt sich gegen die von der rot-grünen Landesregierung angestrebte Kennzeichnungspflicht: „Sind wir potentiell kriminell?“

 

Folgte der DBG-Regionsgeschäftsführer Josef Hülsdünker. Eine Begrüßung, die nunmehr zu einem fast nicht enden wollenden Begrüßungsritual wurde. So lange, bis auch der unbekannteste Mandatsträger im Kreis Recklinghausen endlich mit Namen und Funktion genannt wurde.
Der DGB in der Emscher-Lippe-Region hofft im Jahr 2017 auf eine robuste Weiterentwicklung der heimischen Wirtschaft. „Optimistisch stimme der leichte Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in den vergangenen Monaten“, so DGB-Regionsgeschäftsführer Josef  Hülsdünker in seinem Neujahrsgruß.

 


Auch die öffentliche Förderung des „sozialen Arbeitsmarktes“, der 2017 rund tausend Arbeitsplätze umfassen wird, dürfte laut DGB ebenso für weitere Entspannung auf dem Arbeitsmarkt sorgen wie die Ansiedlung neuer Betriebe, wie Metro und Arvato mit 1300 Arbeitsplätzen.


Für den DGB bleibt trotz dieser positiven Entwicklungen die Sorge vor der weiteren Deindustrialisierung der Region bestehen. „Die schrumpfende Zahl der Ausbildungsplätze in industriell-technischen Berufen und die Arbeitsplatzverluste durch Werksschließungen, wie bei Vaillant und Wellpappe in Gelsenkirchen, lassen die industrielle Basis weiter schrumpfen. Umstrukturierungen in der Energiewirtschaft und bei Bergbauzulieferern führen regelmäßig zum Verlust weiterer Industriearbeitsplätze. Wir erwarten, dass sich die industriepolitischen Leitlinien der Landesregierung auch in unserer Region positiv entfalten“, hofft Hülsdünker.


Viel Arbeit mit der Arbeit.


Es gibt viel Arbeit mit der Arbeit. Gut bezahlte, vor allem tarifgebundenen Arbeitsplätze sind eine Forderung, aber auch die seit langem geforderte Schaffung eines „sozialen Arbeitsmarkts“, der das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit in der Region in den Griff bekommt, ist dem DGB ein Anliegen.

 

Dem pflichtete Bürgermeister Ulrich Roland in seinem Grußwort bei.


Kurz fiel die Ansprache von Bürgermeister Ulrich Roland aus. „Wir brauchen eine gerechte Politik, müssen die Menschen an den Rändern mitnehmen. Aber wir dürfen die Durchschnittsbürger, die sich oft ehrenamtlich engagieren, nicht vergessen“, mahnte er. 

 

 

 

 

 


Eine kampfeslustige Ministerpräsidentin

Auf geht’s!“ Kampfeslustig gab sich die NRW-Ministerpräsidentin beim Neujahrsempfang. Wir werden nicht zulassen, dass Populisten die Gesellschaft mit Lügen, Beleidigungen und Respektlosigkeit spalten.“ Worte, die vielen in dem vollen Saal aus der Seele sprachen. „Zusammenhalt und Solidarität haben dieses Land stark gemacht. Das ist unsere Stärke, dafür werden wir auch in Zukunft kämpfen und die Veränderung gestalten.“ Ausführlich lobte sie die Polizei für ihr Eingreifen in Köln. „Ich bin froh, dass wir eine gute Polizei haben, die in Köln eingegriffen hat“, sagte sie. Der donnernde Applaus im Saal, er galt eindeutig den Polizeibeamten.


Kraft ging vor allem auf die Erfolge des“ wirtschaftlich bedeutendsten Bundeslandes“ Nordrhein-Westfalen ein: „Wir werden die Region weiter entwickeln!“ Als Beispiel nannte sie den Gewerbepark der früheren Schachtanlage Auguste Victoria in Marl. Weiter argumentierte sie: „NRW bleibt auch weiter der wichtigste Industriestandort“.

 

Der Auftritt der engagierten Jugend vor und in der Stadthalle, die sich auch für Flüchtlinge und gegen faschistische Tendenzen in der Gesellschaft engagieren, beeindruckte die Ministerpräsidentin: „Ihr gebt Hoffnung. Glückauf.“ Außerdem sprach sie sich in Sinne der Gewerkschaftsjungend für eine Übernahme nach Ende der Ausbildungszeit aus.


Zugegeben, Hannelore Kraft verwechselte Gladbeck gleich zweimal mit Gladbach. Doch sie konterte kurz und durchaus mit einer gewissen Prise Humor: "Jetzt bin ich doch beim Fußball gelandet!"

Der Wahlkampf hat begonnen, das spürten die Betriebsräte, Vertrauensleute, Kommunal-, Landes und -Bundespolitiker deutlich. Landtags- und Bundestagswahl 2017 warfen ihre Schatten voraus!

 


Zum Abschluss der Veranstaltung spielte die Musikgruppe SOMA.